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Was wird denn über Bären geglaubt?
Das hängt ganz davon ab, wen man fragt. Fast immer wird der Bär durch
das Sternbild Großer Bär versinnbildlicht. Es besteht aus vierzehn
Sternen, von denen sieben besonders hell leuchten. Bei amerikanischen
Hobbyastronomen wird diese Konstellation auch gerne scherzhaft als
Große Kelle bezeichnet. Vom Rumpf des Bären scheint ein langer Schwanz
auszugehen, der genauso aussieht wie der Griff einer großen Soßenkelle.
Dieser "Schwanz" existiert bei heutigen Bären nicht mehr, aber
Höhlenbären besaßen ihn und so war die Form des Himmels-Bären für
frühere Menschen nicht ungewöhnlich.
Viele Völker nutzten diese Sterne zur Bestimmung der Jahreszeiten. Wenn
der Winter näher kam, sank der Bär langsam tiefer am nächtlichen Himmel,
auf der Suche nach einem Nachtlager. Diese Sterne rotieren langsam um
den Nordstern, jede Nacht auf dem selben Weg. Sie zeigen die Zeit an,
genau genug dass viele Naturvölker sie heute noch zur Zeitbestimmung
benutzen.
Etliche dieser Völker betrachteten den Bären als Bruder, oder
Urgroßvater. Für sie war der Bär sehr menschlich in seinem Verhalten. Er
kann auf seinen Hinterbeinen stehen und wie ein Mensch laufen, er frisst
das selbe was sie aßen, er benutze die selben Pfade und kümmert sich mit
erbitterter Kraft um den Schutz seiner Welpen. Legt man das Skelett
eines Bären ausgestreckt hin, sieht es fast wie das eines Menschen aus.
Der Bär wurde zum Begleiter auf dem Pfad des Lebens und zum Beispiel wie
man es lebt. Diese Einheit von Mensch und Bär wird besonders anschaulich
im Grizzly Bear Song der Tlingit-Indianer:
Im spirituellen Sinne wird die Bärin als Totem der Heilkunst oder Stärke
und Selbstbeobachtung angesehen. Sie ist der Geist des Westens. Sie
steht für Wiedergeburt und Erholung. Wie ein Gleichnis des Todes
verschwindet die Bärin in ihrer Höhle und bleibt über die kalten Monate
des Winters verschwunden. Und dann, wenn der Frühling kommt, kehrt sie
zurück, wiedergeboren. Der Schamane kleidet sich oft mit dem Fell einer
Bärin und bittet sie um Heilung des Kranken oder den Weg zu den
Kräutern, die einen kränkelnden Stammesbruder heilen können.
Heute wenden sich die Anhänger eines modernen Schamanismus an die Bärin
aus genau den selben Gründen. Als Geist des Westens ist sie eine der
großen vier Mächte. Sie ermuntert ihre Anhänger zum überlegten Handeln,
ihre Entscheidungen abzuwägen, die sie fällen müssen.
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Letzte Änderung: 2004-01-14 |
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