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Vorwort des Übersetzers
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Einleitung
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Geschichtliches...
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Was ist ein Lykanthrop? Ein Theriomorph?
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Glaubst Du tatsächlich, ein Werwolf zu sein?
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Das meint ihr doch nicht ernst?!
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Was sind Howls?
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Warum ändert ihr nicht den Namen der Gruppe?
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Ich dachte, Werwölfe sind blutrünstige Bestien
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Nun, wie sind denn nun Werwölfe?
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Und was hat der Mond damit zu tun? Und anderer Aberglaube?
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Ich dachte, ihr seid verrückt?
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Was ist das "Cyberpack"?
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Mentale Verwandlung
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Autogenes Training und Traumreisen
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Ist dies eine Art New-Age-Pseudo-Religion?
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Wie erreichst du eine mentale Verwandlung?
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Woher bekomme ich mehr Informationen?
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Addendum
Diese FAQ wird von Edwin L. Wilson,
Jr. alias KatmanDu zusammengetragen, gepflegt und
geschrieben. Weitere Autoren, soweit bekannt, sind Ysengrin, Ron
the Werebat, Asikaa, Katie "Wakko!" Bubenik und Windrunner.
Die Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung der deutschen Version
erfolgte durch Jörg Reuter. Verwertung in
anderen Medien als dem Internet nur nach nur nach ausdrücklicher Genehmigung
der jeweiligen Autoren. Die Redaktion freut sich über Kommentare und
weitere Ideen zu dieser Textsammlung. Beiträge, die über die "Kommentar"-
Funktion auf diesen Seiten eingesandt werden, werden gegebenenfalls
eingearbeitet. Für die so eingereichten Beiträge gelten bei Veröffentlichung
auf diesen Seiten die gleichen Regeln wie für den Gesamttext: freie
Verbreitung im Internet.
Beachte bitte: die Texte dürfen zu den genannten Bedingungen
kopiert werden, nicht jedoch die Gestaltung dieser
Seiten sowie die verwendeten Scripte.
Die hier wiedergegebenen Informationen sind als Anregung zu verstehen,
in keiner Weise können sie bei psychischen Erkrankungen ärztliche Behandlung
ersetzen. Finger weg von Selbsttherapie! Der Übersetzer legt Wert auf die
Feststellung, dass er die weltanschaulichen und religiösen Konzepte, die hier
angesprochen werden, in einigen Punkten nicht teilt.
Übersetzungen sind immer etwas problematisch, diese hier ist aus
einer Reihe von Gründen nicht ganz adäquat. Zum einen ist die AHWW
FAQ-Sammlung bereits sechs Jahre alt und die Newsgruppe hat sich in
den letzten Jahren doch recht stark gewandelt. Leider nicht zum
Positiven. Zum anderen lassen sich einige Begriffe nicht wörtlich
übersetzen. Das fängt schon bei newsgroup an -- üblich ist im
deutschsprachigen Usenet diese in bestem Denglish Newsgruppe
zu nennen. Andere Übersetzungsprobleme sind subtiler. Shapeshifter
ist eigentlich ein festgesetzter Begriff, der aus der Beschreibung
nordamerikanischer schamanistischer Religionen stammt, hier wird er
jedoch ausserhalb dieses engen Kontextes verwendet, so dass die
wörtliche Übersetzung Gestaltwandler passt. Es passt jedoch
nicht unbedingt, spiritual mit spirituell oder
geistlich zu übersetzen, da diese Begriffe im Deutschen
enger gefasst sind als im Englischen. Diese Übersetzung versucht
daher einen Mittelweg zwischen Texttreue und Verständlichkeit zu
gehen.
Gegenüber der Original-FAQ können einige Kapitel umsortiert worden sein, da
einige Bezüge auf die Newsgruppe nicht mehr relevant sind.
Willkommen in alt.horror.werewolves! Diese Newsgruppe ist vermutlich
ein wenig anders als die meisten Gruppen die Du bereits im
Usenet kennengelernt hast. Solltest Du sie aufgrund des Namens
abonniert haben, wirst Du vermutlich an Werwölfen und dem Horror-Genre
interessiert sein. Das sind auch wir. Aber da ist noch mehr. Sicher,
wir diskutieren Werwölfe in Filmen, Literatur und Kunst, aber wir
betrachten auch Windigos, Werbären, Werleoparden, Wertiger, Raben,
Werfledermäuse, Werratten, Polymorphe... jegliche
Gestaltwandler.
Wir unterhalten uns über Tiermenschen, physische wie s
spirituelle; über Methoden der Verwandlung, über individuelle
Philosophien und über Spaß. Was bedeuten die ganzen Begriffe eigentlich? Lies weiter, alles
wird nach und nach erklärt. Aber behalte im Auge, dass AHWW mehr ist
als es auf den ersten Blick scheint.
o'wolf schreibt:
Dieses Kapitel bezieht sich auf den Ursprung der FAQ, der
Newsgruppe alt.horror.werewolves. Mehr zur aktuellen Situation dieser Newsgruppe
in Kapitel Addendum.
AHWW wurde am 16. November 1992 als naheliegende Erweiterung der
bestehenden alt.horror Hierarchie aus der Taufe gehoben. Beabsichtigt
war, ein Forum für Werwolf-Horrorfilme und -Bücher zu schaffen. Zu
der Zeit gab es nur wenige Teilnehmer, mehr als zwei bis drei Artikel
pro Tag (wenn überhaupt) waren selten zu lesen.
Nach und nach wurden allerdings Leute mit einem starken allgemeinen
Interesse an Werwölfen und Gestaltwandlern angezogen. Zunächst nur
unmerklich bewegten sich die Unterhaltungen zu der Frage, was
Werwölfe für diese Leute abseits der Darstellungen in Filmen und
Büchern bedeuten und auf welche Art sie in ihr Weltbild gelangten. Einige
der ersten Teilnehmer lehnten dieses Diskussionsthema ab und
verließen die Gruppe -- schade eigentlich, da wir immer wieder sehr
ausführliche Diskussionen über Werwolf-Streifen haben.
Die Diskussion wurde mehr und mehr philosophisch, es entstand ein
Konzept genannt spiritual therianthropy (in etwa: geistige
Therianthropie, dazu später mehr). Es kamen immer mehr Leute hinzu
und nach kurzer Zeit wuchs die Gruppe auf mehr als hundert Artikel pro
Tag. Dies führte zu einer gewissen Konfusion, zuerst im Winter 1996. Die
Die FAQ im aktuellen Zustand ist eines der Ergebnisse dieses "Winters der
Unzufriedenheit".
o'wolf schreibt:
Und heute? Nach der Invasion durch Netzterroristen, die sich die
Zerstörung des Usenets auf die Fahnen geschrieben haben, und mit
dem explosiven Anstieg der Zahl der Internet-Nutzer, und damit leider
auch der Soziopathen, ist der Zustand der Gruppe zur Zeit der
Übersetzung beklagenswert. Wie eine Ahnung wirkt da die
Einschätzung von KatmaDu:
Was wird die Zukunft bringen? AHWW, seine Teilnehmer und seine
Diskusionen werden immer ein Teil meines Lebens bleiben. Wer weiß,
wie sich das Internet und die alt.*-Gruppen entwickeln werden? Aber
die Freundschaften, die ich hier gefunden habe, werden bleiben.
Selbst wenn die "Datenautobahn" meint, uns nicht mehr zu brauchen.
- Lykanthrop n
-
gr "Wolfsmensch",
1. eine Person, die Symptome von Lykanthropie zeigt; 2. ein Werwolf
- Lykanthropie n
-
1. die Wahrnehmung, zu einem Wolf geworden zu sein; 2. die Gestalt oder
Eigenschaften eines Wolfs durch Zauber annehmend.
- theriomorph adj
-
gr. "von tierischer Gestalt
"
Anhand dieser Definitionen würde man vermuten, Lykanthropie
beinhaltet nur Werwölfe. Tatsächlich wird häufig aber jeder Gestaltwandler so
bezeichnet, sei die Spezies Bär, Wolf, Fledermaus, Panther, Rabe, Fuchs oder
was auch immer. Etwas passender, und inzwischen recht häufig verwendet,
ist der Begiff Theriomorph, da er sich auf kein konkretes Tier
bezieht. Beide Begriffe, Lykanthrop und Theriomorph,
werden jedoch nebeneinander benutzt.
o'wolf schreibt:
Und so schnell wird aus einem Adjektiv ein Substantiv. Statt
Theriomorph wäre in unserem Zusammenhang
Therianthrop (Tiermensch) passender, dieser
Begriff scheint sich in letzter Zeit auch durchzusetzen.
Nun, in AHWW gibt es zu jeder einzelnen Frage viele unterschiedliche
Antworten... Das Konzept "Lykanthropie" ist für einige nur ein interessanter
Mythos und für andere der Weg, ihr Weltbild zu erklären. Dazwischen gibt
es ein ganzes Spektrum unterschiedlichster Auffassungen und Meinungen.
Ich selbst habe noch nie jemanden gesehen, der sich physisch in ein Tier
verwandelt hat, und ich kann es selbst auch nicht. But ich schließe die
Möglichkeit nicht vollständig aus. Die Leute hier, die sich Werwölfe
nennen, meinen in der Regel, dass sie Aspekte der Lykanthropie
faszinierend finden und in sich selbst mit diesen identifizieren.
Was diese Aspekte sind und bis zu welchem Grad sie in Erscheinung treten
ist wieder individuell sehr unterschiedlich. Wir werden uns damit
später noch genauer beschäftigten, etwas Geduld bitte...
Ysengrin schreibt:
Für mich bedeutet ein Werwesen zu sein, eine animalistische Natur --
äußeres Verhalten, Selbstbild, Sozialverhalten, etc -- zu besitzen, in der
Regel eines bestimmten Tieres und in der Regel an Stelle
der gewöhnlichen menschlichen Natur. Diese Natur hat man sich nicht
ausgesucht, sie wird zwar durch das Aufwachsen als Mensch beeinflusst,
aber sie ist nicht zu verleugnen. Viele Werwesen sehen sich in ihrem
Inneren als ihr Tier -- oder in einer anthropomorphen Form, und fühlen
sich unwohl unter Leuten, die sich nicht als Tier sehen. Einige Werwesen,
ich inklusive, fühlen sich in ihrem menschlichen Körper so unwohl, dass
sie nach einer Wandlung in ihr inneres, tierisches Bild ihrer selbst
streben.
Oh, doch, natürlich.
Viele von uns spielen gerne Rollenspiele. Wir mögen (A)D&D, oder
Werewolf: The Apocalypse, oder Live-Rollenspiele. Aber wir spielen
nicht auf AHWW. Wir spielen in Gruppen, die dafür gedacht sind, in einem
guten MUD oder Furry MUCK. Zwar reden wir gelegentlich über Computerspiele
und Rollenspiele, die mit Gestaltwandlern zu tun haben, aber wir überfluten
die Newsgruppe nicht mit Einzelheiten der Regelwerke, usw: dafür gibt
es Gruppen wie alt.games.whitewolf. Und obwohl viele von uns Furries
sind und gute anthropomorphe Bilder mögen, sind alt.fan.furry und verwandte
Gruppen für solche Themen besser geeignet. Mehr über Furries später.
Was wir hier diskutieren, Spaß und Spiel beseite (denn auch wir haben
gerne Spaß wie jeder andere auch), sind ernsthafte Gedanken und reale
Erfahrungen für uns. Für einige (nicht alle, nochmal: es ist eine sehr
persönliche Sache) ist es vergleichbar mit der Diskussion über eine
Religion. Wir spielen keine Rolle in einem Spiel, wir sind echt.
Das erste Howl wurde als Harvest Howl 1994 in Ohio von Smash
Greywolf organisiert. Ein Howl ist ein Treffen der Leser von AHWW,
das zum gegenseitigen Kennelernen, den Mond anheulen, über's Lagerfeuer
springen und die Gemeinschaft zwischen den Mitgliedern des
"Cyberpacks" ("virtuelles Rudel") geniessen dient. Camping
in der Wildnis, so weg weit wie möglich von jeglicher Zivilisation,
den Vollmond über dem flackernden Lagerfeuer aufgehen sehen, umgeben
von Gleichgesinnten... Die Batterien, entladen durch meine menschliche
Existenz, aufladen... Wer auch immer Land und Zeit hat kann ein Howl
organisieren. Frage in der Newsgruppe, wann und wo das nächste statt
findet, sie sind es wert, wie weit der Weg auch sein mag. Hier ist
eine unvollständige Liste vergangener Howls:
| Event |
Ort |
Datum |
Organisiert von |
| Erstes |
Ohio |
Spring 1995 |
Smash |
| Nova Scotia |
Kanada |
August 1995 |
Wiz, Belg, Redwolf |
| Harvest Howl |
Ohio |
November 1995 |
Firewolf |
| Spring Thaw |
Kentucky |
April 1996 |
Moonshadow |
| Oregon '96 |
Oregon |
Mai 1996 |
Rorschach |
| Sterling Howl |
New York |
Juni/Juli 1996 |
Werwolf |
| NC Howl '96 |
North Carolina |
September 1996 |
Pinky |
| Eurohowl '97 |
Aber, Wales |
August 1997 |
Utlah |
| NC Howl '97 |
North Carolina |
Juni 1997 |
Pinky |
| TX Howl '97 |
Texas |
August 1997 |
ShadowFox |
o'wolf schreibt:
Meines Wissens hat es seit dem keine amerikanischen Howls mehr gegeben und
nur ein oder zwei Eurohowls. 2001 gab es ein kleines Treffen in Deutschland,
ansonsten trifft man sich entweder bei privaten Parties oder auf Furry
Conventions.
Es wurde mehrfach angemerkt, dass alt.horror.werewolves nicht mehr der
passende Name für den Inhalt der Newsgruppe ist. Es stimmt, dass es
nicht mehr ausschließlich um Werwolf-Horror-Geschichten geht. Aber: eine
neue alt.*-Gruppe, wie zum Beispiel alt.therianthropy, wäre zwar einfach
einzurichten, sie würde aber einen Großteil der Leserschaft nicht
erreichen. Nicht jeder Newsserver führt die alt.*-Hierarchie oder nur
unvollständig. Viele Administratoren fügen neue Gruppen nur zögerlich und
von Hand hinzu. Mit der Aufgabe von alt.horror.werewolves würden viele
Teilnehmer zunächst Zugang zur Gruppe verlieren. Eine Gruppe in der
rec.* oder soc.*-Hierarchie ist schwierig durchzusetzen. Möglicherweise
gibt es inzwischen genug Interesse, aber das Problem, dass einige Server
die neue Gruppe nicht führen werden, bleibt.
Weiterhin bietet der Name einen gewissen Schutz. Die Gruppe ist in
einer so obskuren Ecke des Usenets, dass Leute ohne echtes Interesse in
Werwölfe sie meist nicht finden werden; dies hat uns in der Vergangenheit
vor vielen Provokateuren bewahrt. Ein Name wie "alt.spiritual.werewolf"
würde recht schnell die Aufmerksamkeit von Leuten mit zweifelhaften
Absichten anziehen.
Wölfe haben generell einen schlechten Ruf, sie werden oft als Killer
betrachtet, symbolisieren die schlechtesten menschlichen Eigenschaften
und werden als vermeintlich gefährliche Plage verfolgt und vernichtet.
Ist es bei diesem Hintergrund ein Wunder, dass Menschen, die sich in
Wölfe verwandeln, eine so schlechte Presse haben?
In aller Regel ist es genau dies: schlechte Presse. Insbesondere
Hollywood hat dazu beigetragen, das Bild vom Werwolf zu verzerren und
ihn als Verkörperung des Bösen darzustellen -- mehr, als es jede Kirche
geschafft hat. Obwohl etliche der originären Legenden und Mythen den
Werwolf in der Tat als wilden, animalischen Mörder darstellen, gibt
es auch eine Menge Sagen, die ihn als ein freundliches und hilfsbereites
Wesen darstellen. Wobei auch diese Legenden Lykanthropie in der Regel
eher als Fluch denn als Segen darstellen.
Der Hintergrund ist möglicherweise Angst: Angst vor dem Unbekannten,
dem Unerklärlichen, dem Undenkbaren. Würde ich einem fauchenden,
pelzigen Wesen mit menschlicher Statue entgegenstehen, ich wäre fasziniert.
Aber ich glaube kaum, die Öffentlichkeit wäre es. Erst schiessen, dann
fragen... Verliert der Viehzüchter Tiere durch Beutegreifer, schiebe
es auf den Wolf -- oder der Werwolf.
Also, was sind sie? Sind Gestaltwandler brutale Tiere? Ich denke, das
hängt von der Persönlichkeit des Wandlers und seinem Wesen während
der Verwandlung ab. Hören wir dazu im nächsten Kapitel Ron the Werebat
(Werfledermaus), ich hole mir in der Zeit noch was zu trinken...
Werebat schreibt:
Diese Frage war das Thema vieler Diskussionen auf AHWW.
Obwohl jeder von uns vermutlich seine ganz persönliche Antwort parat hat, sind wir
doch in der Lage, andere Betrachtungsweisen des Mythos zu akzeptieren.
Wenn auch die meisten von uns mit dem Konzept der "rasenden Bestie"
nichts anfangen können...
Die unterschiedlichen möglichen Ausprägungen des Wesens eines
Werwolfs (oder Werfledermaus, oder anderer Lykanthropen) lassen sich
wie wie folgt zusammenfassen. Ich denke, diese Interpretationen
wurden in der Vergangenheit von AHWW-Teilnehmern geäussert:
Wesen und Verhalten eines Wolfes
Wenn der Werwolf sich (aus welchen Gründen auch immer) verwandelt, verliert er
sein menschliche Wesen und erhält statt dessen die
Mentalität eines normalen Wolfs.
Dies bedeutet, dass er nicht einfach loszieht und schreckliche Verbrechen
begeht, obwohl es zum Beispiel nicht auszuschließen ist, dass er bei
unerträglichem Hunger ein Kind angreifen könnte. Oder dass der Lärm und das
Chaos einer Stadt den Werwolf so verängstigt, dass er ausrastet und Menschen
buchstäblich die Kehle ausreißt... Es ist allerdings wahrscheinlicher, dass ein
Werwolf in seiner Wolfsform und dieser Mentalität möglichst in die
Natur flüchten würde. Das Territorial-Verhalten des Wolfs könnte
hier interessante Folgen haben. Findet die Transformation im Haus
oder Apartment statt, das er in seiner menschlichen Form bewohnt, würde er
möglicherweise dort bleiben und sein "Revier bewachen" (vorausgesetzt er behält
diese menschliche Erinnerung). Findet die Transformation in
unbekanntem oder neutralem Gebiet statt, würde er wohl extrem vorsichtig sein,
da er sich in einem fremden Revier
aufhält.
Wieviel des menschlichen Gedächtnis in der Wolfsform erhalten bleibt,
ist strittig. Denkbar ist:
- "keine Erinnerung": der Wolf hat keine Erinnerung an seine
menschliche Form und erkennt keine vertrauten Orte oder Gesichter
- "schwache Erinnerung": genug, ein Gefühl der Sicherheit in vertrauter
Umgebung zu geben, Vertrauen zum Partner und nahen Verwandten
- "volle Erinnnerung", wenn auch interpretiert durch die Sicht eines
Wolfes.
Der Film "Ladyhawke" (dt.: "Tag des Falken") handelt von einen Werwolf (und
einen Werfalken) mit diesem Wesen.
Wesen einer "rasenden Bestie"
Diese Vorstellung ähnelt der Geschichte von Dr. Jeckyll und Mr. Hyde. Der
Werwolf in verwandelter Form verliert alle Hemmungen und lässt sich nur noch
von seinen Emotionen leiten, in denen er so viele unterdrückte Triebe auslebt
wie möglich und anschließend in seine menschliche Form zurückkehrt. Dieser
Werwölf könnte eine "rasende Bestie" sein, die ihren fremdgehenden Ehemann, die
nölenden Kinder und die prügelnden Eltern in einer einzigen Nacht abschlachtet.
Oder der verbitterte Anwalt, der bei Vollmond in den Parks der Stadt marodiert
um attraktive junge Frauen zu vergewaltigen und verstümmeln. Vielleicht
erinnert sich dieser Werwolf an seine Taten in Wolfsform, vielleicht nicht.
Dies ist der klassische Hollywood-Werwolf.
Jeder von uns unterdrückt unter anderem einiges an
gewalttätigem und sexuellen Verlangen. Nimm einen homosexuellen Werwolf,
der seine wahre Natur aufgrund des Drucks seiner Familie oder Kirche
über Jahre hinweg unterdrückt, und der seine Verwandlung als Möglichkeit
begreift, sich zu befreien und seine sexuellen Ambitionen gegenüber einem
Kollegen oder engen Freund auszudrücken. Da auch alle andere Barrieren
gefallen sind, findet sich dieser arme Tropf dann möglicherweise dabei
wieder, wie er seine vermeintliche Liebe vergewaltigt... Au weia. Diesen
Lykanthrop will wohl keiner auf AHWW und anderswo, denke ich. Er ist
gewalttätig und zerstörisch, schlimmer als normale Menschen oder Tiere.
Nenne mir einen Werwolf-Film (American Werwolf, Der Werwolf von Tarker Mills),
und du kannst darauf wetten, dass er eine Werwolf-Mentalität dieser Art
darstellt.
Superheld
Dieser Lykanthrop bleibt vollständig menschlich in seinem Wesen nach
der Verwandlung. Er kann auch ein "Super-Schurke" sein, denn nicht alle
Menschen würden ihre lykanthropen Fähigkeiten in den Dienst des Guten
stellen. Dennoch ist dies dies möglicherweise die am wenigsten
erschreckende Form (zumindest aus der Sicht des Lykanthropen). Das
Rollenspiel "Werewolf: the Apocalypse" scheint diese Art Werwolf
darzustellen, auch wenn dort die Werwölfe etwas von ihrer wölfischen Natur
beeinflusst werden und gelegentlich mal ausrasten. Ein besseres Beispiel
wäre vielleicht Kirk Langstrom als Man-Bat, nachdem er seine Formel
pefektioniert hat und seinen Verstand nach der Verwandlung behält (vorher
hatte er die Mentalität einer Fledermaus).
Diese Mentalität ist nicht sonderlich interessant zu diskutieren, da wir sie ja schon in unserer
menschlichen Form kennen. Allerdings, sogar die Psyche eines normalen
Menschen lässt sich so steuern, dass man beim Blick in den Spiegel
einen Wolf sieht, auf allen Vieren läuft und mehr auf Gerüche und
Geräusche achtet.
Zusammenfassung
Dies sind drei Haupt-Interpretationen, allerdings muss ich betonen,
dass ein Lykanthrop mit nur einer dieser
Mentalitäten selten zu beobachten
ist. Normalerweise ist er hauptsächlich einer dieser Typen, mit Aspekten
von einem oder beiden anderen zeitweise erkennbar. Eine Superhelden-
Werfledermaus könnte ihr Sonar dazu benutzen, lebende Tauben zu jagen und
im Flug zu essen (Wer? Ich? Nee... Naja, vielleicht...) Ein "Wesen des
Bärs" Werbär ist möglicherweise draußen und verspeist Beeren, als er
seine Frau mit einem anderen Mann beim Sex auf der Lichtung erwischt und
vor unbändiger Wut beide tötet...
Danke Ron! Nun, wenn so vieles nichts mehr als Legende ist, wie ist es
denn mit dem Mond, wie im folgenden Kapitel beschrieben?
Nun, da gibt es viele Interpratationen. Der Mond ist
überhaupt nicht Teil der meisten Sagen und Silber ist eine recht
moderne Ergänzung. Lange Zeit wurde der Mond jedoch als eine Ursache
für Verrücktheit angesehen -- oder den menschlichen Geist auf andere
Weise beeinflussend. Viele unter uns fühlen sich in Vollmondnächten
aktiver und betrachten den Mond stundenlangen voller Bewunderung. In
den Sagen reicht der Einfluss des Mondes von "garnicht" bis hin zur
einzigen Zeit, in der ein Werwesen sich verwandeln kann, oft gar die
Verwandlung erzwingt. Meine Ansicht liegt irgendwo in der unteren
Mitte: er kann die Verwandlung unterstützen, aber ist nicht notwendig.
Silber ist eines der Metalle, denen mystische Kräfte nachgesagt
werden. Aus vielen Gründen, sicherlich hauptsächlich weil es
vergleichsweise selten war und einen gewissen Wert hat. Als
"reines" Metall wird ihm oft religiöse Bedeutung beigemessen. Daher
soll es es auch vermeintlich satanische Kreaturen wie Werwölfe
beeinflussen. Es ist wenig überraschend, dass die Bedeutung des
Silbers in Werwolfsagen erst durch den Aufstieg der Katholischen
Kirche entstand. Die Wirkung erstreckt sich wiederum von "nicht
vorhanden" bis hin zum einzigen Mittel, das einen Werwolf verletzen
oder töten kann. Wer es probieren möchte: ja, man kann Silberkugeln
gießen, aber ihre Verwendung in einer Schusswaffe wird als äusserst
problematisch beschrieben, und das Werwesen wird diese Art der
Aufmerksamkeit höchstwahrscheinlich nicht mögen...
Nun, wie steht es um Lebensspanne und Gesundheit? Manche behaupten,
Werwölfe seien durch Waffengewalt unverletzbar und es bräuchte
übernatürliche Kräfte, einen Werwolf zu verletzen oder zu töten.
Andere behaupten, ein Werwolf sei genauso schwer oder leicht
zu töten wie ein gewöhnlicher Mensch. Ich selbst mag die Vorstellung
einer besseren Selbstheilung und etwas größerer Lebensspanne. Einige
behaupten auch, Werwölfe würden nach ihrem Leben zu Untoten (Vampiren)
werden. In der Newsgruppe wird dies als ein etwas exotischer
Mythos gesehen, der vermutlich auf slawische
Mythologie zurück geht.
Schliesslich glauben manche, dass Werwölfe die natürlichen Feinde
von Vampiren seien. Auch dies ist wahrscheinlich hauptsächlich
Hollywood-Mythologie. In der Realität sieht es aber
so aus, dass es genauso wie wir uns Werwölfe nennen, Leute gibt, die sich als
Vampire bezeichnen. Einige Weres halten das Konzept eines untoten
Wesens für abstoßend. Werwölfe sind die die Verkörperung kraftvoller
Vitalität. Nachdem ich etliche Vampire, sowohl auf AHWW als auch in
Gruppen wie alt.vampire, kennengelernt habe, möchte ich behaupten,
dass einige davon gute Freunde geworden sind. Klar, es gibt einige
wenige Vampire die jedem auf die Nerven gehen. Aber das ist kein Grund,
Vampire allgemein zu verachten.
Praktische jede Kultur besitzt Sagen und Mythen, die von
Gestaltwandlern
handeln. Einige davon sind in der Mini-FAQ-Sammlung zu finden. Ich
werde weitere Ansichten zur Therianthropie in verschiedenen Kulturen
sammeln und hinzufügen.
Sieh an, du hast einen weiteren Aspekt des Werwolf-Mythos gefunden. Ein
recht neuer, "wissenschaftlicher". Lykanthropie
wurde bis vor Kurzem als Symptom für Verrücktheit gesehen, als ein Hinweis
auf Psychosen oder Schizophrenie. In der Tat
gibt es belegte Fälle von Personen, die sich als Werwolf ausgaben und
die in der Tat psychisch schwer krank waren. Aber war ihre Lykanthropie
Ursache oder Folge dieser Erkrankung?
Da diese Sicht der Lykanthropie in der Psychiatrie und mehr noch in der
Gesellschaft recht verbreitet zu sein scheint, ist es kein Wunder, dass
jemand, der sich als Werwolf fühlt, seine Gefühle nicht akzeptieren kann
und glaubt, er sei verrückt. Ich denke aber, das muss nicht sein. Zwar
kann ich nicht behaupten, die Vernunft für mich gepachtet zu haben,
vielleicht bin ich, mit Verlaub, ziemlich exzentrisch...
Aber verrückt? Nein, nicht nach medizinischer Definition. Lies bitte
weiter, das Kapitel über Mentale Verwandlung dürfte einiges in neuem
Licht erscheinen lassen. Und entscheide dann, ob das Cyberpack
wirklich verrückt ist...
Ich weiss nicht, wer den Begriff als erstes verwendet hat. Das
"Cyberpack" (Cyber-Rudel) besteht aus denen, die AHWW
lesen und eine
Beziehung zu anderen dort findet. Im Prinzip ist es ein weitläufiger
Freundeskreis, eine Quelle moralischer (und manchmal physischer)
Hilfe. Es ist ein Haufen Leute, die sich in dieser Gemeinschaft
wohl fühlen und gemeinsame Interessen und Veranlagungen teilen. Es
ist die soziale und emotionale Seite der Gruppe.
Es gibt keinen Leiter des Rudels, keinen Alpha, keine
Hierarchie. Es ist schlicht nicht nötig. Es gibt auch
keine Aufnahmeprüfung oder geheime Parole... Wenn Du mit der Gruppe
klarkommst, wenn Du Dich ihr verbunden fühlst, nun, dann bist Du Teil
des Rudels. Willkommen, Freund!
Zum einen ist hier zu beachten, dass die hier dargestellten Ideen
nicht unbedingt von jedem Leser von AHWW geteilt werden. Die Sicht
auf das Thema ist stark von individuellen Erfahrungen und Glauben
geprägt. Zum anderen sollte man dies nicht von vorneherein als
Unsinn abtun.
KatmanDu schreibt:
Was ist ?
Physische Therianthropie ist die Fähigkeit,
sich von menschlicher in tierische Form und zurück verwandeln zu können.
Geistige Therianthropie ist dagegen die Fähigkeit, mental die normale
menschlichen Wahrnehmung und Reaktionen abzulegen und die eines
eines Tieres anzunehmen. Jeder von uns hier identifiziert sich mit einem
Tier, dessen Eigenschaften unsere eigenen reflektieren. Zum Beispiel
fühle ich mich sowohl von Wolf als auch Puma angezogen. Das erste ist
ein Rudeltier, das sich nur innerhalb einer Gruppe wirklich wohl
fühlt und sich vollständig auf seine Rudelgenossen verlässt. Das
zweite ist ein Einzeljäger, der andere Exemplare seiner Art nur zur
Paarung trifft. Ich fühle, dass Aspekte beider Arten in meiner Psyche
existieren.
Menschen sind Tiere. Ein Großteil der Menschheit versucht jedoch, diese
Tatsache zu verdrängen. Menschen suchten danach, alle Aspekte tierischen
Verhaltens aus ihrem Verhalten zu streichen; jemand ein Tier zu nennen
kommt einer Beleidigung gleich: es erzeugt Bilder eines unzivilisierten,
impulsiven und hedonistischen Verhaltens. Menschen versuchen, sich
selbst von der Natur zu trennen wie auch die Natur von von sich
selbst - indem sie das Land umbrechen und unterwerfen, es für
eigene Zwecke zu fesseln, es zu Erobern statt mit ihm zu leben. Im
Ergebnis muss die Menschheit mit einer vielzahl ökologischer Probleme
fertig werden, verursacht durch ihre Versuche das zu vernichten, was
sie ernährt.
Alle Menschen sind Tiere, aber es sind heute nur noch sehr wenige,
die in sich selbst hineinsehen können und die Reste ihrer tierischen
Natur erkennen. Wir, die wir spiritual therianthropy leben,
fühlen diese tierischen Überbleibsel sehr stark in uns. Wir existieren
in der menschlichen Welt, streben aber danach, unsere Verbindung
mit der tierischen zu suchen. Sie tritt mit uns durch Totems,
Träume, unsere Seele mit uns in Verbindung. Wir können die menschliche Welt
weder vollständig verlassen, noch können wir die tierische vollständig
betreten. Wir existieren dazwischen, halb Mensch und halb Tier in
unserer Psyche... mentale oder spirituelle
Gestaltwandler. Wir suchen nach einer Balance zwisschen beiden Hälften
unserer Natur, so dass wir eines Tages der Menschheit lehren zu können, wie
sie ihren Trieb nach Eroberung mit der Tatsache, dass sie die Natur
zum überleben braucht, selbst in Balance bringen kann.
Was sind Totem-Tiere?
Totem-Tiere sind Tiere, die Qualitäten und
Bedürfnisse einer Person am Besten repräsentieren.
Totems werden auf die unterschiedlichste Art und
Weise verwendet. Einige schamanistische Traditionen weisen Totems eine
große Bedeutung zu und besitzen viele unterschiedliche Totem-Tiere, Farben,
Richtungen... Andere erwähnen sie nur am Rande.
Am häufigsten wird geglaubt, dass zwei Arten von Totems existieren.
Das zentrale Totem, das definiert, wer oder was du bist. Und "äußere"
Totems, Geister, die dich umgeben und führen. Das zentrale Totem ist das
Tier mit dem du dich am stärksten identifizierst, das darstellt, was du
bist. Wie ich oben schon erwähnte, identifiziere ich micht mit dem Wolf
und dem Puma: sie stellen beide Seiten meiner Natur dar.
Äußere Totems werden gerufen, um eine Person zu führen. Wie sie
gerufen werden und wie sie auftreten hängt wiederum davon ab, welchen
Traditionen du folgst und was du glaubst.
Was haben Träume damit zu tun?
Intensive Träume, die, an die wir uns erinnern wenn wir aufwachen, sind
Nachrichten unsere Seele, unseres Unterbewusstseins. Nicht jeder hat solche
intensiven Erfahrungen: wissenschaftlich gesehen träumt jeder, aber nicht
jeder erinnert sich nach dem Aufwachen an seine Träume. Die Träume, um
die es hier geht, sind von außergewöhnlicher Lebendigkeit und Eindringlichkeit.
Sie hinterlassen einen starken Eindruck beim Träumer und scheinen
oft wichtige Botschaften zu vermitteln.
Viel von meiner Therianthropie habe ich durch Träume erfahren. Ich
habe sie nicht jede Nacht, manchmal sind Monate dazwischen. Aber die
richtig lebendigen, farbigen, interessanten Träume versuche ich zu
behalten, niederzuschreiben und interpretieren. Manchmal verwandel ich
mich in unterschiedliche Tiere in den Träumen. Manchmal spüre ich, dass
sie mir etwas wichtiges mitteilen. Jeden dieser Träume schätze ich
als Nachricht meines schwer fassbaren tierischen Geistes.
Das klingt nun so, als ob ich diesen Träume große Wichtigkeit
beimesse. Und in der Tat ist das für mich so. Aber man kann auch
ohne Träume eine starke Bindung zur eigenen tierischen Seite haben.
Sie sind nicht Voraussetzung dafür, ein Wer-Wesen zu sein.
Jedoch können sie wichtig sein, wenn es darum geht zu entdecken, was dieser
Geist dir sagen will.
In der Regel verlasse ich mich darauf, dass die Träume von selbst kommen.
Es gibt aber Wege, gezielt nach ihnen zu suchen. Eine davon beinhaltet
die Traumreisen des Autogenen Trainings. Asikaa beschreibt uns diese
Methode im nächsten Kapitel näher:
Asikaa schreibt:
Autogenes Training und Traumreisen
Autogenes Training kann man recht schnell lernen. Zunächst geht es
darum, den Körper zu entspannen. Es ist sinnvoll, eine CD im Wiederhol-Modus
abzuspielen... Moment, natürlich nicht irgendeine CD. Nicht Iron Maiden
oder Aerosmith! Jeder größere CD-Händler hält CDs mit mehrere Arten von
Musik oder Natur-Geräuschen zur Entspannung vor (oft unter "Meditation" oder
"New Age" einsortiert). Diese Geräusche können Vogelstimmen, Wasserrauschen,
das Rauschen des Windes, usw... sein.
Nun brauchst du bloß die CD einlegen und den Spieler auf "Endlos"
stellen. Lege dich flach auf den Rücken, die Beine lang, Arme seitlich,
die Hände locker in ihrer natürlichen Position. Die Position muss
bequem sein.
o'wolf schreibt:
Die Verwendung von Musik als Hilfsmittel für autogenes Training
ist umstritten, manche stört es eher, bei manchen führt es dazu, dass
eine Entspannung ohne Musik überhaupt nicht möglich ist. Man sollte
es zunächst auch mit Anleitung probieren, um einen optimalen Lernerfolg
zu erzielen.
Atme langsam, konstant und tief. Halte den Atem für etwa zwei
Sekunden vor dem Ausatmen. Nicht hinauspusten, sondern einfach das
Gewicht des Brustkorbs wirken lassen. Versuche, so für den Rest
der "Session" zu atmen. Du wirst später automatisch so weiteratmen
ohne darauf achten zu müssen. Wichtig ist: es darf bewusst, muss
aber entspannt sein.
Nun beginne, deinen Körper zu entspannen. Fange mit deinem Gesicht
an und gehe dann deinen Körper abwärts. Atme ein, konzentriere dich
auf die Muskeln deines Gesichts und Nacken, fühle die
Muskeln, erforsche sie mit deiner Aufmerksamkeit. Atme aus und
stelle dir dabei vor, dass alle Anspannung aus den Muskeln deines
Gesichts und Nackens mit der Luft entweicht und wegfließt. Mache
dieses mehrmals für jeden Teil deines Körpers... Brust, Arme,
Schultern, Bauch, Hüfte, Beine und Füße. Sobald du bei deinen
Füßen angekommen bist, prüfe gedanklich, ob noch irgendwo Anspannungen
zu fühlen sind. Gehe zurück zu diesem Teil deines Körpers und entspanne
ihn weiter. Nun sollte dein Körper völlig entspannt sein, ein gutes
warmes Wohlgefühl sich eingestellt haben. Dies ist der erste Schritt,
er muss etwas geübt werden, bis es klappt.
Nun wenden wir uns dem Geist zu. Stelle dir vor, warm und bequem an
deinem Lieblingsplatz zu liegen. Vielleicht auf warmen Sand, oder am
Waldrand bei einem See. Befreie deinen Kopf von allen unnötigen
Gedanken und konzentriere dich auf diesen Ort. Genieße den Zustand
völliger Ungebundenheit, ohne Sorgen und Spannungen. Du fühlst Deinen
Körper nicht mehr, du bist nur noch dein eigenes Bewusstsein. Dein
Körper ist so entspannt als ob er garnicht existieren würde.
Du kannst nun die Traumreise antreten. Dein Geist ist frei von
allen physischen Beschränkungen und dein Körper ist entspannt wie
sonst nur in Tiefschlaf-Phasen. Es liegt nun an dir, was du mit dieser
mentalen Freiheit anfängst, aber mit Übung gibt es unendlich viele
Möglichkeiten
o'wolf schreibt:
Traumreisen können bei psychisch angeschlagenen Personen mit
wenig Erfahrung im Extremfall zu traumatischen Erlebnissen führen.
Es besteht die Gefahr, dass man zur falschen Zeit und ohne geeignete
Vorbereitung Details über die eigene Persönlichkeit erfährt oder
verdrängte unangenehme Erinnerungen wieder hervorkommen. Die ersten
Schritte auf diesem Gebiet also bitte unter Anleitung von Personen
wagen, die dich auffangen können.
KatmanDu schreibt:
Nein. Für sich genommen nicht. Das Konzept spirituelle
therianthropy bedeutet mir persönlch sehr viel und könnte vielleicht als
meine Religion bezeichnet werden. Es ist sicherlich die Grundlage meines
Glaubenssystems. Aber wir wollen keine Kirche oder Kult gründen. Viele von uns
haben jedenfalls eine starke Abneigung gegen jegliche Form organisierter
Religion. Aber auch nicht alle. Es gibt auch christliche Werwölfe. Das
erscheint zwar auf den ersten Blick unmöglich, aber die grundsätzlichen Lehren
des Christentums sind auch nicht so verschieden von denen anderer Religionen.
Und nirgendwo in der Bibel werden Werwölfe verdammt. Spiritual
therianthropy dürfte zu vielen unterschiedlichen Glaubenssystemen
passen. Sogar Atheismus.
KatmanDu schreibt:
Ich kann erzählen, wie ich mich "verwandle". Andere haben möglicherweise
andere Erfahrungen. Ich würde mich über die Erfahrungen anderer Leute
zu dem Thema freuen.
Mit "verwandelt" meine ich den Bewusstseinszustand, in dem ich mich
mit meinem tierischen Geist am verbundesten fühle. Es ist ein Gefühl
erhöhter Aufmerksamkeit, Mut und Wohlgefühl. Das, was Selbstverteidigungs-
Lehrer "Condition Orange" nennen. Den Zustand von sofortiger Bereitschaft
und Wachsamkeit die soforiges Handeln in äusserst kritischen Situationen
ermöglicht. In diesem Zustand sich ein gesundes Tier nach meiner Vorstellung
ständig befindet: bereit zu kämpfen und zu flüchten, bereit für alles,
was eine feindliche Welt heraufbeschwören kann. Ich würde vielleicht
noch einen Aspekt hinzufügen, für den ich bereit bin. Kämpfe, flüchte,
oder feiere... :-)
In diesen Zustand komme ich unbewusst immer, wenn ich in einem
potentiell gefährlichen Gebiet oder einer solchen Situation bin. Die
allermeisten Menschen haben dies schon einmal oder öfter in ihrem Leben
efahren. Ob sie es zugeben oder nicht, es ist ein wundervolles
Gefühl. Adrenalin-Süchtige suchen ihr ganzes Leben nach diesem Gefühl
-- und nach Steigerung. Ich bemerkte dieses Gefühl zufällig, assoziierte es
mit meiner Faszination für Tiere und fing an, einen Weg zu finden, es
bewusst herbeizuführen. Ich entdeckte, dass wenn ich mich darauf
konzentrierte, mich als ein Tier zu sehen, dieser emotionale Zustand
wiederkehrte und ich die altbekannten Gefühle eines Raubtieres fühlte.
Inzwischen rutsche ich zu den ungewöhnlichsten Moment in diesen
Zustand: wenn ich Auto fahre, manchmal bei Vollmond, während ich
bewegende Musik höre.
Viele Menschen spüren eine äusserliche Verwandlung, wenn ich innererlich
verwandelt bin. Vielleicht ist das für mich schon der erste Schritt zur
physischen Verwandlung. Wir werden sehen.
Falls du nach dem Lesen dieser FAQ noch Fragen hast oder einfach nur
reden willst, sieh dir mal die IRC-Vorschläge im
Resourcen-Teil der FAQ an. IRC ist eine gute Möglichkeit,
um quasi in Echtzeit andere Leute zu fragen. Oder poste sie in der
Newsgruppe. Oder frage jemanden,
dessen Essays und Prosa zum Thema du magst per E-Mail. Entweder antworten
sie dir direkt, oder sie können dir zumindest jemanden nennen, der die
Frage beantworten kann.
Flamer, Trolle, Spammer und Meower sind zu einem gelegentlichen, allerdings
äusserst ärgerlichem Problem on AHWW geworden. Flamers schreiben Artikel
um andere zu wütenden Antworten aufzustacheln, in der Regel mit provokativen
Aussagen, von denen sie wissen, dass sie jemanden aufs Tiefste verärgern
werden. Trolle sind da ähnlich, allerdings ist ihre Intention gewöhnlich
mehr offensichtlich. Spammer laden große Mengen von Artikeln ab, die nicht
das Geringste mit dem Thema der Gruppe haben. Meower sind Leute aus
Gruppen wie alt.fan.karl.maldens.nose, die Newsgruppen stören und unlesbar
machen wollen. Sie schreiben die selben üblen Beschimpfungen in mehrere
Newsgruppen gleichzeitig, in dem Wissen dass irgendjemand wütend darauf
eingehen wird. Da der Original-Artikel ein sogenanntes Crosspost
war,
werden auch alle Antworten in allen betroffenen Newsgruppen landen. Dies
führt zu Missverständnissen und verlängert den Streit. Sie werden andere
Leute für ihre Aktionen verantwortlich machen -- vergleichbar damit, wenn
jemand seinen Kollegen krankenhausreif schlägt und dann sagt: "selbst
schuld, er hat mich schräg angesehen und mich damit dazu provoziert".
Alle diese Leute wollen nur eins: Aufmerksamkeit um jeden Preis. Gib
ihnen keine. Ignoriere Artikel mit überzogener Polemik oder von Leuten,
die kein Interesse am Thema der Gruppe zu haben scheinen. Irgendwann,
wenn keiner sie mehr beachtet, werden sie gehen. Sie kommen immer wieder,
aber je besser sie ignoriert werden, desto kürzer und mit längeren Abständen
werden ihre Aufenthalte.
Die folgenden Beobachtungen stammen aus
rec.games.frp.dnd, sind aber auch hier
von Interesse. Lies und erfahre deine Erleuchtung!
Über Diskussionen und Flamewars
Es gibt (grob gesagt) zwei Wege eine Diskussion zu führen. Zwei (oder
mehr) Teilnehmer suchen nach einer Antwort, beide offen und willens, das
Thema aus dem Blickwinkel des Anderen zu betrachten. Oder ein Teilnehmer
hält an seiner Position fest und nutzt jede Gelegenheit jeden zu attackieren
der anderer Meinung ist. Insbesondere dadurch, die Bereitschaft des
Anderen zur inhaltlichen Auseinandersetzung auszunutzen.
Personen aus der ersten Kategorie (wozu die meisten gehören), suchen nach
ehrlichen Antworten und wollen lernen. Eine Person, die eine Diskussion
der zweiten Form anfängt, will bloß Streit. Es gibt Anzeichen für Diskussionen
letzteren Typs, sogenannten Flamewars:
- Sie wird durch eine (meist provokante) Aussage ausgelöst. Beispiel:
"Rollenspiele sind böse" anstatt "gelten Rollenspiele als böse?"
- Der Provokateur greif andere Personen an, statt seine Ideen zu
verteidigen
- Die Position, ihre Quellen und Grundlagen der Position anderer Personen
wird nur dazu herangezogen, mögliche Schwachstellen für einen Angriff
auf die Person zu finden. In einer richtigen Debatte untersuchen
Teilnehmer Aspekte, die auch gegensprechende Ansichten unterstützen,
denn man will etwas Neues lernen. In einem Flamewar sind alle
Argumente nur Ziel von Angriffen.
- Der Provokateur macht abfällige Bemerkungen über ander Teilnehmer,
setzt sie herab, benutzt spöttische Namen oder Titel für sie,
kritisiert ihre Rechtschreibfehler oder benimmt sich allgemein wie
ein (Verzeihung) Arschloch. Dies alles um dem armen Tölpel, der
glaubte eine zivilisierte Diskussion führn zu können, jegliches
Interesse an der Gruppe zu rauben.
- Die Person, die Öl ins Feuer gießt, erfindet eine Reihe von nicht
nachvollziehbaren Bedingungen, nach der sie ihrer Meinung nach die
Diskussion gewonnen hat. In einer echten Diskussion ist der Gewinn
ein Konsens aller Teilnehmer, auch wenn er darin besteht, sich darin
einig zu sein, unterschiedliche Meinungen zu haben.
Irgendwann bringt natürlich jemand Faschisten oder "Nazis" ins Spiel,
und damit ist die Diskussion per Defintion tot (Godwin's Law).
In der Zwischenzeit wurde viel Bandbreite verschwendet, viele Leute sind
verärgert -- für nichts.
Kommentare
Chaki-Chan schreibt:
Wobei man sagen muss, dass nicht jeder dieses Ziel hat.
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